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22
Okt
2009

Tagesgedanke

(Vermeintliche) Schwäche zeigen zu können, ist so viel anziehender als diese ewige Demonstration von Stärke, die an sich schon unglaubwürdig ist - in der offenbarten Schwäche liegt die wirkliche Stärke verborgen.



(Die Musik passt nicht so recht zum Tagesgedanken, ist aber trotzdem schön!)

Trackback URL:
http://punctum.twoday.net/stories/6006619/modTrackback

walhalladada - 23. Okt, 00:30

In der Tat!

punctum - 23. Okt, 00:34

Sie meinen die Musik! :-) (Ich krame nächtlich manchmal in den Alt-aber-immer-schön-Sachen und kann dann nicht widerstehen, es dem Rest der Welt auf's Ohr zu drücken.)
walhalladada - 23. Okt, 00:44

Ich meine den Gedanken & die Musik :)
punctum - 23. Okt, 00:52

:-) Das ist schön. Sie scheinen auch ein Schlafloser zu sein, der es am Morgen bitterlich bereut, nicht den rechtzeitigen Weg ins Bett gefunden zu haben. Schlafen Sie gut!
walhalladada - 23. Okt, 01:47

Buchen Sie's unter 'seniler Bettflucht' :-)
punctum - 23. Okt, 13:10

Geht klar! :-)
fata morgana - 23. Okt, 07:50

wie wahr -
zur schau gestellte 'stärke' wirkt oft kalt und unnahbar... 'schwäche' aber, macht menschlich.

liebe grüße an dich :-)

punctum - 23. Okt, 13:12

Danke, schön, Dich zu lesen :-)
Sun-ray - 23. Okt, 13:51

Sicherlich - sofern einem sehr daran liegt,
auf andere anziehend zu wirken.
Ansonsten gilt zumindest hiesig:
Wenn alle erstmal anfangen,
ihre Stärke sich und anderen dadurch zu beweisen,
dass sie ihre Schwäche anziehend kultivieren .....
upps, ach ja - genau das haben wir ja schon.
Emotionale Betroffenheitskultur und so.
Nicht zuletzt daran krankt unsere Welt schwächelnd.

Ganz im Ernst:
Ist das angesichts uns erstickenden Emotionalitätskults
nicht ein bisschen arg publikumsgerecht kurz gedacht,
was du da schreibst?
Mag so sein oder auch nicht -
mich treibt's jedenfalls spürbar in Distanz.

Sun-ray - 23. Okt, 13:53

Nachtrag:
Wer gezeigte Stärke grundsätzlich
als unglaubwürdig versteht,
sollte sich vielleicht mal fragen,
warum das bei ihm so ist.
punctum (Gast) - 23. Okt, 14:02

Nicht "gezeigte Stärke grundsätzlich", sondern grundsätzliches (ständiges) Demonstrieren von Stärke (nach außen hin).
Sun-ray - 23. Okt, 14:21

Und du meinst nicht,
dass solch anstrichstarke Unterscheidung
im Auge jeweiligen Betrachters liegt?
punctum - 23. Okt, 15:09

Aber ja doch, es liegt natürlich immer im Auge des Betrachters.
Sun-ray - 23. Okt, 20:11

Dann verstehe ich die Aussageabsicht
deines obigen Beitrags nicht.
punctum - 23. Okt, 22:45

Das macht rein gar nichts. (Es hatte sozusagen das Auge des Betrachters aus dem Moment heraus gesprochen.)
Sun-ray - 23. Okt, 23:34

Soviel also zu demonstrativer Stärke. ;)
Sun-ray - 24. Okt, 02:34

Weil ich zunehmend das Gefühl habe,
dass wir aneinander vorbeireden,
versuch ich nochmal klarer zu sagen,
was mir am Herzen liegt.
Ich weiß nicht, ob du solche Erfahrung
auch schon gemacht hast,
aber mir ist sie nicht unbekannt.
Zuweilen gibt es Belastungssituationen,
die einem so ziemlich alles abverlangen,
was man an Stärke nur irgendwie
mobilisieren kann.
Können durchaus auch längerfristige
oder gar unabsehbar endlos scheinende sein.
In solchen Situationen kann einem bewusst sein,
dass man - sofern man jetzt und hier
dem Impuls nachgibt, in die Knie zu gehen -
vermutlich nie wieder laufen wird.

Das ist das eine.
Anderes, das mir zu deinem Eingangsbeitrag einfiel, das:
Jeder von uns lebt in diversen Welten.
Und es ist nicht zuletzt eine Frage
von Klugheit und Lebenserfahrung,
in welchen davon man sich wie offenbart.
Nur weil sich jemand in einer Welt -
aus welchen Gründen auch immer -
konsequent stark zeigt, bedeutet das nicht,
dass er in anderer nicht Schwäche
zeigen kann und mag.

Differenzierende Sichtweise, die ich wichtig finde.
Dagegen nicht so erheblich finde ich in der Tat,
wie ein nicht näher benanntes Umfeld
solche Entscheidungen des Einzelnen bewertet.
Und hoffe, mich damit bisschen
verständlicher ausgedrückt zu haben.
punctum - 24. Okt, 12:22

Dem habe ich gar nichts hinzuzufügen. Alles richtig. Mir ging es aber in dem Moment um das Besondere des Offenbarenkönnens von Schwäche, einem vertrauten Menschen gegenüber, das eine ganz eigene innige Anziehung ermöglicht und viel aufrichtiger ist, als die Demonstration unangreifbarer Stärke. (ansonsten siehe auch weiter unten bei Tinius) - An dieser Stelle möchte ich Dich um ein Ende bitten, zumal ich vor Dienstag kaum Gelegenheit haben werde, hier hereinzuschauen. Schönes Wochenende!
en-passant (Gast) - 23. Okt, 13:53

Es ist schon seltsam damit...

Kafka sprach einmal von "Kraftakten aus Schwäche" - hier leuchtet mir das als Stärke ein.

Und auch diese Art Anziehung meine ich zu kennen: Auf eine eigene heikle Weise beginnt sogar oft die Liebe damit.

Aber wollen wir selber unsere wirklichen Schwächen (und ich meine nicht, die, die wir für verzeihlich halten) nicht doch lieber weiterhin verbergen? Man könnte auf die grundlegende Fehlbarkeit von allem kommen. Und von dort ist es nicht weit zur noch grundlegendere Fragen aufwerfenden Negativität. Da hilft dann oft wieder nur, dass man sich doch besser auf seine Stärken besinnt. Und sogar auf die (bessere) Kraft der Verkennung. Der Rest ist dann manchmal von eigenem Charme.

 

punctum - 23. Okt, 15:01

Hm ja. Wenn die Anziehung einer Person nur der gezeigten Schwäche gälte, wäre das wirklich etwas heikel. Und auf Dauer Schwäche plakatiert vor sich herzutragen, wäre wohl ebenso langweilig wie das Ewigstarkverhalten. Und letztlich käme es auch immer darauf an, WEM man etwas zeigt, da wirkt das Vertrauen dann an sich schon anziehend.
en-passant - 23. Okt, 15:30

Also ich vermute,

auch die Schwächen müssen zu einem passen, nicht jede ist mit jeder Verzeihens-Bereitschaft kompatibel. Und sie braucht anscheinend auch einen bestimmten Appell, einen subtil wirkenden Aufruf zur Erettung.

Ich vermute sogar, die Ansprechbarkeiten da haben weniger mit Selbstlosigkeit als auch mit Möglichkeiten zu eigenen Überhöhungen zu tun. Aber das machte ja nichts - lt. Bibel ist es dem Guten egal, wie, warum man zu ihm kommt... (oder so ähnlich.)
 
punctum - 23. Okt, 19:32

Der Gedanke mit den Schwächen, die "passen" müssen, spricht mich sehr an. Darüber denke ich mal noch nach.
(Und so gesehen - was ist schon wirklich selbstlos?)
creature - 23. Okt, 22:57

"....That nothing comes from violence
And nothing ever could
For all those born beneath an angry star
Lest we forget how fragile we are...".

hab mir die CD gekauft als sie rauskam, weil ich auch den text so gut finde.
es ist so, leben ist fragil, egal mit wieviel stärke wir sie zu übermalen versuchen!

punctum - 23. Okt, 23:24

ja, wunderbar, genauso ist es - und auch voller Zauber in aller Fragilität.
tinius - 24. Okt, 05:26

Ich halte mich ja eigentlich für schwach, schwächer als mir gut tut, aber nach außen wirke ich - soweit das feedback - eher stark, selbstbewußt und souverän. Vieles davon ist nicht bewußt gesteuert, aber einiges durchaus eine Überlebensstrategie, um nicht unterzugehen. Als Behinderter bist Du zu leicht Opfer und vielleicht noch leichter geneigt, Dich zum Opfer zu stilisieren oder stilisieren zu lassen. Ich kann es mir schlicht in dieser, unserer Gesellschaft nicht leisten, schwach zu erscheinen und damit zusätzliche Angriffspunkte zu bieten. LG tinius

punctum - 24. Okt, 12:10

Ich finde, dass man manchmal auch Schwäche sich selbst und anderen (sehr Vertrauten) gegenüber zulassen sollte - wenn das möglich ist, kann das eine wunderschöne Erfahrung sein (ich kann das selbst aber auch nicht so ohne weiteres). Dass das nicht immer, in allen Situationen und jedem gegenüber angebracht ist, ist klar - man muss sich selbst auch schützen.
wortmeer - 24. Okt, 12:23

Oh ja. So wahr!

Und ein Lied dazu, dass ich sehr mag.

Hab ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
wortmeer

punctum - 24. Okt, 12:24

Ich mag das auch sehr :-) - Und nun auf ins Wochenende... Dir auch liebe Grüße!
Iggy - 27. Okt, 16:37

sie ist

nicht nur unglaubwürdig. sondern fast schon lächerlich.
nein, nicht die musik, sondern die ewige demonstration.
lieben gruß - wünsch ich dir halt ein schönes nächstes wochenende... ;)

punctum (Gast) - 27. Okt, 22:19

Au ja, her mit dem nächsten Wochenende - und zwar schnell! :-)
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