Vorhin sah ich mir einen voellig uninteressanten Krimi an, liebe punctum. Ich wollte mir nur nicht eingestehen, dass ich darauf wartete, dass E. nach Hause kommt.
Schon der Vormittag verging mit der ziemlich einfallslosen Folge einer Serie beim Frühstück. Dann drei Anruferinnen, die jeweils eine Stunde meiner Zeit in Anspruch nahmen, ohne dass ich in der Lage, ihnen zu sagen, dass ich noch nicht mit der Arbeit begonnen hatte.
Als ich damit endlich anfangen wollte, kamen mir der Reihe nach 27 verschiedene Ideen, die ich aber in keinen mir sinnvoll erscheinenden Zusammenhang bringen konnte. Ich war nicht einmal in Lage, mich aufzuraffen, eine kuerzere Strecke zu laufen, um wenigstens Bewegung zu machen.
Schon am spaeten Nachmittag begannen die Selbstvorwuerfe. Darin bin ich manchmal Meisterin. Sie feilten sich sozusagen von selbst aus.
Ich wusste auch, dass ich E. nicht anrufen durfte, ohne mich zu blamieren, weil sie mir ja erklaert hatte, wen sie treffen und wann sie wo sein wuerde. Ich suchte nach einem Vorwand, fand aber keinen. Das machte mich noch unruhiger.
Ich ging mehrmals – bei verschiedenen Lichtstimmungen - auf die Terrasse, dann auf die Wiese und dort auf und ab. Es nuetzte nichts, kurz frische Luft zu atmen etc.
Ich weiss, das ist nicht vergleichbar und troestet Sie nicht. Ich glaube, ich wollte nur sagen, wie peinlich es sein kann, wenn der Tag zwar ganz privat, aber doch ganz anders ablaeuft, als es gut und richtig gewesen waere, und das brennende Gefuehl nicht nachlaesst, 16 Lebensstunden vergeudet zu haben. Audrii
PS: Sie hingegen haben sich in jeder Hinsicht tapfer geschlagen und sind dann noch zur ironischen Selbstdarstellung faehig!
Liebe Frau Audrii, ich bin schon auf dem Weg ins Bett, sehr müde und eigentlich gar nicht mehr so recht kommunikationsfähig. Aber Ihr Text berührt mich sehr, so dass ich Ihnen doch gleich noch eine Antwort hinterlassen möchte. So unvollkommen das hier auch sein mag. Ich sehe das so: Es gibt Tage, an denen man vollkommen daneben liegt. Und es gibt Tage, an denen alles gelingt und man einfach glücklich ist. Und wenn der Moment des Glücklichseins nur kurz ist oder wenn der Anlass ein scheinbar geringer ist - es lohnt immer wieder den Versuch. Die Tage des Danebenhauens sind da. Immer wieder. Und sicher auch bei (fast) jedem anderen Menschen. Nur - sie sagen doch nichts über den Menschen an sich aus, dem das passiert. Niemand muss sich in ewig andauernde Selbstvorwürfe vergraben, wenn auch mal alles schiefläuft. Für den Moment sind auch Selbstvorwürfe in Ordnung, aber, meine Güte, auch wenn es mal daneben geht, ist man doch ein Mensch mit vielen anderen Eigenschaften. Die andere Menschen lieben. Und denen es völlig egal ist, ob man auch mal Fehler macht. Möchten Sie Menschen kennen, die unfehlbar sind? Ich nicht. Und wenn ich selbst mir meine Fehler nicht vergeben kann, wer sollte es dann tun? Und wissen Sie, wie befreiend es sein kann, mit anderen Menschen gemeinsam über solche Dinge, über vermeintlich persönliche Katastrophen zu lachen? Es relativiert sehr vieles. Denn ganz eigentlich ist es vielleicht gar nicht so wichtig. Schlimm schon in dem Augenblick, aber doch nicht lebenswichtig. Aus unerfindlichen Gründen fällt mir übrigens gerade James Krüss ein und Timm Thaler. Und ein Zitat, das ich jetzt nicht mehr nachschlagen werde und von dem ich nicht weiß, ob es so korrekt ist (und das im Zusammenhang vielleicht gar nicht so recht passt): "Denn man erkennt den Menschen stets daran, dass er zur rechten Stunde lachen kann...". Bitte, lachen Sie über misslungene Tage. Und geben Sie damit den folgenden Tagen eine gute Grundlage. Es gibt sicher Situationen, in denen einem das Lachen grundsätzlich vergehen mag. Aber wenn man es schafft, über sich selbst lachen zu können, dann kann das sehr hilfreich sein. Und falls ich jetzt für Ihre Begriffe völligen Unfug geschrieben habe, sehen Sie es mir bitte nach, der späten Stunde und der Müdigkeit wegen.
ich versichere hiermit, dass ich nicht im geringsten die absicht habe, für texte anderer zu haften. ich distanziere mich also von hier gesetzten links und allem, was ich nicht selbst verfasst habe.
Schon der Vormittag verging mit der ziemlich einfallslosen Folge einer Serie beim Frühstück. Dann drei Anruferinnen, die jeweils eine Stunde meiner Zeit in Anspruch nahmen, ohne dass ich in der Lage, ihnen zu sagen, dass ich noch nicht mit der Arbeit begonnen hatte.
Als ich damit endlich anfangen wollte, kamen mir der Reihe nach 27 verschiedene Ideen, die ich aber in keinen mir sinnvoll erscheinenden Zusammenhang bringen konnte. Ich war nicht einmal in Lage, mich aufzuraffen, eine kuerzere Strecke zu laufen, um wenigstens Bewegung zu machen.
Schon am spaeten Nachmittag begannen die Selbstvorwuerfe. Darin bin ich manchmal Meisterin. Sie feilten sich sozusagen von selbst aus.
Ich wusste auch, dass ich E. nicht anrufen durfte, ohne mich zu blamieren, weil sie mir ja erklaert hatte, wen sie treffen und wann sie wo sein wuerde. Ich suchte nach einem Vorwand, fand aber keinen. Das machte mich noch unruhiger.
Ich ging mehrmals – bei verschiedenen Lichtstimmungen - auf die Terrasse, dann auf die Wiese und dort auf und ab. Es nuetzte nichts, kurz frische Luft zu atmen etc.
Ich weiss, das ist nicht vergleichbar und troestet Sie nicht. Ich glaube, ich wollte nur sagen, wie peinlich es sein kann, wenn der Tag zwar ganz privat, aber doch ganz anders ablaeuft, als es gut und richtig gewesen waere, und das brennende Gefuehl nicht nachlaesst, 16 Lebensstunden vergeudet zu haben. Audrii
PS: Sie hingegen haben sich in jeder Hinsicht tapfer geschlagen und sind dann noch zur ironischen Selbstdarstellung faehig!